: Der Aargauer Fotograf Andreas Seibert lebt und arbeitet seit 15 Jahren in Asien. Neben der Arbeit als Pressefotograf für internationale Zeitungen und Magazine hält er seit zehn Jahren in persönlichem Engagement das von grosser Armut und Heimatlosigkeit geprägte Leben der chinesischen Wanderarbeiterinnen und Wanderarbeiter fest.
Es sind unvorstellbare Zahlen: Mehr als 200 Millionen Menschen, ehemalige Bauern und Landarbeiterinnen, sind heute in China Migrantinnen und Migranten im eigenen Land. Vom wenigen Land, das ihnen im Zuge der Landreform zugesprochen wurde, können sie ihre Familien nicht ernähren.
In den Boom-Städten im Süden des riesigen Landes ermöglicht ihre billige Arbeitskraft zu weiten Teilen überhaupt erst das chinesische Wirtschaftswunder. Über Jahre sind sie alleine unterwegs, von Fabrik zu Fabrik, von Baustelle zu Baustelle, «von Irgendwo nach Nirgendwo», wie es ein chinesischer Wanderarbeiter im Film beschreibt. Sie sind rechtlose Fremde im eigenen Land.
Der Film von Villi Hermann «From Somewhere to Nowhere» über die Langzeitreportage des Auslandschweizers Andreas Seibert ist eine Koproduktion der «Sternstunde Kunst» und war an diversen Festivals zu sehen. Die Fotografien von Andreas Seibert sind in
Buchform erhältlich und als Wanderausstellung unterwegs.
Literaturtipp: Andreas Seibert: «From Somewhere to Nowhere. Wanderarbeiter in China». Lars Muller Publishers, Baden 2008
Bild: Copyright SF/Andreas Seibert